Hier der Leserbrief von McCourt, Desiree
Saudi-Arabien: Gute Vorbereitung nötig
Dtsch Arztebl 2008; 105(44): A-2330
BRIEFE

Eine Dermatologin schildert ihre Erfahrungen in einem Krankenhaus in Riad (DÄ 36/2008: „Land ohne Gesetze“ von Shahrzad Amier).

Es ist wirklich erschreckend, wie es Frau Dr. Shahrzad Amier und ihrem Mann in Riad ergangen ist. Ich habe auch in Riad gelebt und weiß, dass es dort sehr streng zugeht. Strenger als in irgendeinem anderen Landesteil des Königreichs. Nur wundere ich mich, ob das Ehepaar kein Vorbereitungsseminar für Saudi-Arabien gemacht hat? Dann wären beide auf vieles hingewiesen worden und auf mögliche Problemfälle vorbereitet gewesen. Es ist tragisch, wenn ein Auslandsaufenthalt von Niederlagen und Gefängnisaufenthalten gepflastert ist. So weit sollte es nicht kommen. (In Saudi-Arabien kann es übrigens schnell passieren, dass man ins Gefängnis kommt. Wenn z. B. nach einem Unfall am Unfallort die Reparatur eines Verkehrsschilds nicht sofort in bar bezahlt werden kann.) . . . Die Geschlechtertrennung, das willkürliche Verhalten der saudischen Vorgesetzten und die überall präsenten Mutawiyin (Religionswächter) erfordern viel, viel Geduld und Toleranz. Umso erholsamer gestaltet sich das Leben in den Compounds für die westlichen Arbeitnehmer. Hier können Männer und Frauen gemischt Tennis spielen, einkaufen, sich verabreden oder im Pool schwimmen gehen . . .

Desiree McCourt, Beratung und Seminare
arabische Länder, Volgersweg 28, 30175 Hannover
www.orient-ation.de